Historie



Dem Wunsch ihres verstorbenen Onkels folgend stiftete die Lehrerin Gertrud Teigelkemper den ihr vererbten Hof in der Bauerschaft Tilbeck für einen sozialen Zweck. Nach der staatlichen Genehmigung, die im Oktober 1881 erteilt wurde, entwickelte und leitete sie die “private Erziehungsanstalt für epileptische Kinder” zunächst selbst. Um das Stift Maria Hilf" als römisch-katholische Einrichtung für alle Zeiten zu sichern, übertrug Gertrud Teigelkemper die Einrichtung 1891 dem Bischöflichen Stuhl von Münster. 1899 konnten die Franziskanerinnen von St. Mauritz für die Tätigkeit im Stift gewonnen werden. Sowohl die Trägerschaft des Bischöflichen Stuhls als auch der Einsatz der Ordensschwestern ermöglichten in den Jahren von 1900 bis1930 die Weiterentwicklung und den Ausbau der Einrichtung. Das Stift Tilbeck wurde zur caritativen Einrichtung für an Epilepsie erkrankte Frauen, Mädchen und Kinder, psychisch kranke und psychisch behinderte Frauen sowie für Frauen und Kinder mit geistigen Behinderungen.

Von 1933 bis 1945 waren die Tilbecker Bewohner immer wieder massiv bedroht. Zwangssterilisierungen und die NS - "Euthanasie" wie auch Einquartierungen von Abteilungen münsterischer Krankenhäuser und Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges stellten immer wieder tiefe Eingriffe dar. Das Mahnmal "Der gebrochene Engel" auf dem Tilbecker Friedhof mahnt zur Erinnerung an die Opfer dieser Zeit.


Mit dem Erwerb des Status eines Krankenhauses für Psychiatrie und Neurologie Mitte der 1970-er Jahre wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Übernahme der allgemeinen Versorgung getan. Gleichzeitig entstanden neue Wohnhäuser für Gruppen behinderter Frauen mit insgesamt 140 Plätzen. Zudem nahm dann die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ihren Betrieb auf, um den zunehmenden Anforderungen im Bereich der beruflichen und sozialen Eingliederung der Menschen mit Behinderungen gerecht zu werden.

Von 1985 an wurde im Stift Tilbeck die konzeptionelle Neugestaltung in Form von Differenzierungen in der Betreuung kranker bzw. behinderter Menschen umgesetzt. Der Krankenhausbereich wurde in zwei Schritten 1993 und 1998 in die neu gebaute Klinik amSchlossgarten Dülmen. 1998 wurde das Krankenhaus mit der psychiatrischen Pflichtversorgung für den Kreis Coesfeld beauftragt.

Im Jahre 1998 wurde durch den Alleingesellschafter Bischöflicher Stuhl Münster die Stift Tilbeck GmbH gegründet. Diese übernahm danach die Betriebsführung der gesamten Einrichtungen und Dienste.

Ihre konsequente Fortsetzung findet die oben skizzierte Entwicklung mit der Einrichtung dezentraler Wohnangebote. Und so entstehen mit dem Ziel der Integration und Normalisierung des Lebens behinderter Menschen Jahr für Jahr neue, differenzierte Wohnmöglichkeiten. Im Jahr 2011 nutzen über 550 Menschen die differenzierten Wohn- und Begleitangebote. Die Anerkennung der persönlichen Kompetenz der Menschen mit Behinderung und die Einbeziehung ihres persönlichen und familiären Umfelds führte in den letzten Jahren zum Ausbau des Ambulant Betreuten Wohnens und des Familienunterstützenden Dienstes in den westlichen Stadtteilen der Stadt Münster und in den östlichen Teilen des Kreises Coesfeld (Baumbergeregion).

Heute wohnen am Standort 280 Menschen mit Behinderung, über 270 werden in Angeboten in der Region begleitet.

Das Unternehmen Stift Tilbeck GmbH beschäftigt 830 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

 




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